OktoPuffer

Ein Batteriespeicher aus Bausteinen

Der OktoPuffer ist kein fertiges Gerät, sondern ein Baukasten für Gewerbe, Industrie, Landwirtschaft und Energieparks. Wechselrichter, Batterien und Netzanschlüsse stellen wir nach Ihrem Bedarf zusammen, von 125 kW bis in den Megawattbereich.

Alles hängt an einem gemeinsamen DC-Bus. Bis zu acht Netzkreise teilen sich eine Batterie, und jeder Kreis behält Zähler und Abrechnung.

OktoPuffer

Alles frei kombinierbar: Wechselrichter, Batterien und Aufstellung, indoor, outdoor oder im Container

Bis zu 8 Netzkreise an einer Batterie, jeder mit eigenem Zähler, netzgekoppelt oder als Insel

Permanenter Notstrom: Verbraucher hängen dauerhaft an der Insel, kein Umschaltmoment bei Netzausfall

Solarstrom DC-gekoppelt direkt in die Batterie, ohne zusätzlichen Wechselrichter

Netzbildende Wechselrichter mit virtueller Trägheit für Inselbetrieb und Schwarzstart

EnerKomp-Steuerung Nexus immer dabei: Fahrpläne, Spotpreis-Optimierung, Fernüberwachung

Das Prinzip

Eine Batterie, mehrere Netzkreise

Auf vielen Betrieben laufen mehrere Stromwelten nebeneinander: Das BHKW speist ins EEG ein, während der Hof teuren Netzstrom kauft. Die PV wird abgeregelt, obwohl nebenan Last wäre. Klassische Speicher hängen an einem Zähler und können diese Kreise nicht verbinden.

Beim OktoPuffer teilen sich mehrere Netzkreise über den DC-Bus eine Batterie. Jeder Kreis läuft netzgekoppelt oder als Insel. So lädt etwa der BHKW-Kreis die Batterie, während ein anderer Kreis den Betrieb versorgt.

Die Baureihe M arbeitet direkt am 400-V-Netz. Die Baureihe L nutzt höhere Spannungen mit eigenem Transformator und 1.500-V-Batterien für Anlagen im Megawattbereich.

Auf einen Blick

Merkmal Baureihe M Baureihe L
Leistung 125 kW bis 1,5 MW ab 1 MW
Speicher bis 2,5 MWh ab 5 MWh
Anschluss 400 V mit Trafo
Netzkreise bis 8 bis 8
Inselbetrieb serienmäßig Option

Gesteuert wird immer vom EnerKomp Nexus EMS.

Ein System, vier Aufgaben gleichzeitig Beispiel Baureihe M mit drei Netzkreisen und DC-PV
DC-BusNetzBezugkWhBezugszählerUmschalt-schrank NetzWR Netzn × 125 kWNetzEinspeisungkWhEinspeisezählerBHKWWR Kreis 2n × 125 kWWR Inseln × 125 kWUmschalt-schrank InselVerbraucherkritische LastenAC-PVauf der InselVerbraucherallgemeinInselnetzWartungs-BypassMPPTDC/DCDC-PVSolarmoduleBatterieBatterieBatterie…BatterieNexus EMSsteuert alle KreiseACDCStromflussKommunikationBypass1234

Bezug aus dem Netz

Lastspitzen kappen, günstig nachladen, Blindleistung für den Netzbetreiber bereitstellen.

BHKW am eigenen Zähler

Der BHKW-Kreis bleibt getrennt abgerechnet und lädt die Batterie für den Eigenverbrauch oder speist ein.

Insel ohne Umschaltmoment

Verbraucher und AC-PV hängen dauerhaft am Insel-Wechselrichter. Der Bypass ist für die Wartung da.

DC-PV lädt direkt nach

Solarstrom fließt über den MPPT ohne Umweg in die Batterie, auch in der schwarzstartfähigen Insel.

Einordnung im Portfolio: Bis 150 kW mit Standard-PV übernimmt der Wattmeister, die BHKW-Flexibilisierung im EEG das Flex-Jojo. Mehr Leistung, mehrere Netzkreise und Inselbetrieb sind die Domäne des OktoPuffer.

Einsatzszenarien

Drei Grundmuster, frei kombinierbar

Ein OktoPuffer kann gleichzeitig Eigenstrom optimieren, kritische Verbraucher als Insel versorgen und Energie zwischen Netzkreisen verschieben. Das Schaubild oben zeigt so eine Kombination.

NetzkWhWRVerbraucherAC-PVDC-PVoptionalDC-BusBatterie

Szenario 1

Eigenstromoptimierung

Ein Netzanschluss mit Verbrauchern und AC-PV

Der Speicher sitzt am Netzanschluss des Betriebs. Er nimmt PV-Überschuss auf, versorgt die Verbraucher am Abend, kappt Lastspitzen und lädt in günstigen Stunden.

  • Gewerbe und Industrie mit PV
  • Lastspitzen kappen, Leistungspreis senken
  • Spotpreis-Optimierung über das Nexus EMS
NetzkWhUSNetzWRNetzWRInselUSInselVerbraucherBypassDC-BusBatterieUS = Umschaltschrank

Szenario 2

Permanenter Notstrom

Außen Netz, innen Insel, dazu ein Bypass

Die Verbraucher hängen dauerhaft am Insel-Wechselrichter. Fällt das Netz aus, merken sie davon nichts. Für Wartungen schaltet der Bypass sie direkt ans Netz.

  • Kühlung, Melktechnik, Steuerungen, IT
  • Produktion, die keinen Spannungseinbruch verträgt
  • Kein Umschaltmoment bei Netzausfall
NetzkWhkWhWRAWRBBHKWNetzVerbraucherKreis AKreis BDC-BusBatterie

Szenario 3

Zwei Netzkreise

Laden aus Kreis A, nutzen in Kreis B

Kreis A lädt die Batterie, zum Beispiel aus dem BHKW. Kreis B versorgt den Betrieb oder speist ein. Jeder Kreis behält seinen eigenen Zähler.

  • Biogasanlage mit Einspeisezähler und eigenem Hofanschluss
  • Erzeugung und Verbrauch an getrennten Anschlüssen
  • Energie zwischen Netzkreisen verschieben

DC-Kopplung

Solarstrom direkt in die Batterie

PV-Strings laufen über MPPT-Laderegler direkt auf den DC-Bus. Der Solarstrom geht also ohne Umweg über Wechselrichter und Netz in die Batterie.

  • Weniger Wandlungsverluste: eine Wandlung statt drei
  • Netzanschluss entlastet, die PV braucht keine eigene Einspeiseleistung
  • Auch im Inselbetrieb lädt die Sonne nach, wenn das Netz fehlt
  • Baureihe M: MPPT mit 50 oder 63 kW, PV-Strings bis 1.000 V. Baureihe L: MPPT mit 320 kW und sechs Eingängen, bis 1.400 V

Was unsere Wechselrichter können

Netzfolgend

Der Wechselrichter folgt dem Netz und regelt Wirk- und Blindleistung nach Vorgabe, zum Beispiel nach den Anforderungen des Netzbetreibers.

Netzbildend

Der Wechselrichter gibt Spannung und Frequenz selbst vor. Das ist die Grundlage für Inselbetrieb und Schwarzstart. Am Netz wahlweise mit Blindleistung zur Spannungsstützung.

VSG mit virtueller Trägheit

Der Wechselrichter verhält sich wie ein Generator mit Schwungmasse. Bei einem Lastsprung gibt er sofort Energie ab oder nimmt sie auf und bremst so die Frequenzänderung.

Wofür das gut ist: Motoranläufe und Lastsprünge in der Insel ohne Abschaltung, stabiler Parallelbetrieb mehrerer Wechselrichter, auch mit BHKW oder Notstromaggregat, und Stützung schwacher Netze.

Konfiguration

Ihr OktoPuffer in fünf Schritten

Jeder OktoPuffer entsteht aus denselben Bausteinen. Sie wählen je Schritt, was Ihr Standort braucht, die Auslegung übernehmen wir. Die Kennzeichnung M und L zeigt, in welcher Baureihe es den Baustein gibt.

  1. 1

    Netzkreise

    1 bis 8 Kreise, jeder mit eigenem Zähler

    • Netzgekoppelt: Bezug
      Laden und entladen am Netzanschluss, Lastspitzen kappen
      Baureihe M L
    • Netzgekoppelt: Erzeuger
      BHKW- oder PV-Kreis mit eigenem Einspeisezähler
      Baureihe M L
    • Insel
      Lasten dauerhaft am Wechselrichter, mit Wartungs-Bypass
      Baureihe M L
    • Richtung je Kreis
      laden, entladen oder beides
      Baureihe M L
  2. 2

    Wechselrichter

    Anzahl je Kreis frei wählbar

    • 125 kW · 400 V
      direkt am Niederspannungsnetz, 1 bis 4 je Schrank, bis 3 Schränke
      Baureihe M
    • 215 kW · 690 V
      mit eigenem Transformator, bis 6 je Wechselrichterschrank
      Baureihe L
    • 250 kW · 800 V
      mit eigenem Transformator, bis 6 je Wechselrichterschrank
      Baureihe L
    • Station mit Trafo
      Wechselrichter und Transformator in einer Einheit, bis 6 MW
      Baureihe L
  3. 3

    Aufstellung

    Wechselrichter und Verteilung

    • Indoor-Schrank
      in der Halle oder im Technikraum
      Baureihe M
    • Outdoor-Schrank
      freistehend im Außenbereich
      Baureihe M
    • Container
      vormontiert, mit Klima und Brandschutz
      Baureihe M L
    • Umschaltschrank
      je Netzkreis, mit Zähler- und Bypassfeld
      Baureihe M L
  4. 4

    Batterie

    Typ und Anzahl frei wählbar

    • Indoor-Rack · 250 kWh
      Hochvolt-Rack für Innenräume
      Baureihe M
    • Outdoor-Schrank · 250 kWh
      mit Flüssigkeitskühlung, im Freien aufstellbar
      Baureihe M
    • Großspeicherblock · 5 MWh
      20-Fuß-Block mit Flüssigkeitskühlung
      Baureihe L
    • Anzahl
      M: 1 bis 10 Schränke, bis 2,5 MWh. L: beliebig viele Blöcke
      Baureihe M L
  5. 5

    Extras und Steuerung

    Was Ihren Standort ergänzt

    • DC-PV mit MPPT
      M: 50 oder 63 kW je MPPT. L: 320 kW je MPPT
      Baureihe M L
    • Notstrom-Insel mit Bypass
      unterbrechungsfreie Versorgung kritischer Lasten
      Baureihe M L
    • Nexus EMS · immer dabei
      steuert Speicher, BHKW, PV und Netzkreise mit Fahrplänen, Spotpreis-Optimierung und Fernüberwachung
      Baureihe M L
  6. Zwei Beispiele

    Beispiel Baureihe M
    Netzkreise
    1 × Netz, 1 × Insel
    Wechselrichter
    2 + 2 × 125 kW
    Aufstellung
    Container
    Batterie
    6 × 250 kWh
    Ergebnis
    500 kW / 1,5 MWh
    Beispiel Baureihe L
    Netzkreise
    1 × Netz über Trafo
    Wechselrichter
    2 Schränke, 12 × 215 kW
    Aufstellung
    Container
    Batterie
    2 × 5 MWh
    Ergebnis
    2,6 MW / 10 MWh

Technische Daten

Baureihen M und L

Der OktoPuffer wird für jedes Projekt ausgelegt. Leistung und Kapazität sind gerundete Richtwerte der Bausteine, die nutzbare Kapazität hängt von Konfiguration und Betriebsweise ab.

System

MerkmalBaureihe MBaureihe L
Einsatzmittlere Lastengroße Lasten
Leistung125 kW bis 1,5 MWab 1 MW
Speicher250 kWh bis 2,5 MWhab 5 MWh, in 5-MWh-Blöcken
Netzanschluss400 V, direkt am Niederspannungsnetz690 oder 800 V, eigener Transformator
Wechselrichter125 kW, 1 bis 4 je Schrank, bis 3 Schränke215 oder 250 kW, bis 1,5 MW je Schrank
DC-Bus800-V-Klasse1.500-V-Klasse
Netzkreisebis 8, netzgekoppelt oder Inselbis 8, netzgekoppelt oder Insel
Inselbetriebserienmäßigals Option
AufstellungIndoor, Outdoor oder ContainerContainer oder Station
DC-PVMPPT 50 / 63 kW, PV bis 1.000 VMPPT 320 kW, PV bis 1.400 V
BatterieLFP 314 Ah, Schrank 250 kWh, Luft- oder FlüssigkeitskühlungLFP 314 Ah, 20-Fuß-Block 5 MWh, Flüssigkeitskühlung
BrandschutzDetektion und LöschanlageAerosol und Wasser

Wechselrichter

Merkmal125 kW215 kW250 kW
BaureiheMLL
AC-Nennspannung400 V, 3P + N + PE690 V, 3P + PE800 V, 3P + PE
Nennleistung / max.125 kW / 137,5 kVA215 kW / 237 kVA250 kW / 275 kVA
DC-Betriebsbereich600 bis 1.500 V1.000 bis 1.500 V1.150 bis 1.500 V
Max. Wirkungsgrad≥ 98 %≥ 99 %≥ 99 %
Betriebsartennetzfolgend, netzbildend, VSGnetzfolgend, netzbildend, VSGnetzfolgend, netzbildend, VSG
Überlast110 % dauerhaft110 % dauerhaft110 % dauerhaft
Schutzart / KühlungIP66 / LuftIP66 / LuftIP66 / Luft

Normen und Kommunikation

Netzanschluss
VDE-AR-N 4110 / 4120, Einheitenzertifikat
Netzschutz
EN 50549-1 / -2
Sicherheit Wechselrichter
EN 62477-1, EN 62109
Batterie
IEC 62619, UN 38.3
Kommunikation
Modbus TCP / RTU, IEC 61850, Ethernet, RS485, CAN

In der Praxis

Zwei getrennte Netze, eine Batterie

Ein typisches Beispiel: Ein Milchviehbetrieb speist mit seinem 250-kW-BHKW ins EEG ein, während der Hof an einem eigenen Anschluss teuren Netzstrom bezieht, rund 200.000 kWh im Jahr. Bei Netzausfall steht das Melken.

Mit dem OktoPuffer läuft der Hof künftig aus dem BHKW-Überschuss, der Restbezug sinkt auf etwa 10.000 kWh im Jahr, und die Melktechnik hängt dauerhaft an der Insel. Wie groß der Vorteil für Ihren Betrieb ausfällt, rechnet Ihr individuelles Grobkonzept.

Voraussetzungen

Dauerlast oder Netzkreise
Ab ca. 150 kW Dauerlast oder mehrere getrennte Netzkreise
Netzanschluss
Netzanschluss ausreichend für die geplante Leistung
Aufstellfläche
Fläche indoor oder outdoor, mit LKW- und Kran-Zufahrt
Messkreise
Für mehrere Netzkreise getrennte Messkreise am Standort

Im System enthalten

Lieferumfang und Projektstart

  • Wechselrichter in der benötigten Anzahl: 125 kW (M) oder 215 und 250 kW (L)
  • Batterie-Bausteine als Indoor-Rack, Outdoor-Schrank oder Großspeicherblock
  • Umschaltschränke je Netzkreis mit Zähler- und Bypassfeld
  • EnerKomp-Steuerung Nexus mit Fahrplänen je Kreis und Spotpreis-Optimierung
  • Fernüberwachung und Software-Updates
  • Inbetriebnahme-Unterstützung

Nächste Schritte

1. Ersteinschätzung: Kostenlose Prüfung anhand Ihrer Netzkreise, Lastgänge und Erzeuger, ob sich der OktoPuffer lohnt.

2. Grobkonzept: Individuelle Dimensionierung, Wirtschaftlichkeit und Investitionsrahmen.

3. Feinkonzept: Detailplanung mit Vor-Ort-Termin und verbindlichem Angebot.

Häufige Fragen

Was ist anders als bei einem klassischen Speicher?

Bis zu acht Netzkreise teilen sich über einen gemeinsamen DC-Bus eine Batterie. Jeder Kreis behält seinen eigenen Zähler und läuft netzgekoppelt oder als Insel.

Welche Baureihen gibt es?

Die Baureihe M arbeitet direkt am 400-V-Netz, mit 125 kW bis 1,5 MW und bis 2,5 MWh. Die Baureihe L hat einen eigenen Transformator und fängt bei 1 MW und 5 MWh an.

Kann Solarstrom direkt in die Batterie?

Ja. Die PV-Strings laufen über MPPT-Laderegler direkt auf den DC-Bus, ohne zusätzlichen Wechselrichter. So lädt die Sonne auch im Inselbetrieb nach.

Wann passt der OktoPuffer, wann ein anderes Produkt?

Bis 150 kW mit Standard-PV übernimmt der Wattmeister, die BHKW-Flexibilisierung im EEG das Flex-Jojo. Mehr Leistung, mehrere Netzkreise und Inselbetrieb sind die Domäne des OktoPuffer.